BGN

Mit Leib und Seele ein BGN-ler

Unsere Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, deren arbeitgeberseitig Vorsitzender ich seit Oktober 2017 bin, ist die gesetzliche Unfallversicherung für die Hotellerie und Gastronomie, das Lebensmittelhandwerk und der Lebensmittelindustrie.

Historisch geht sie auf die bismarcksche Sozialreform im 19. Jahrhundert zurück. Die Arbeitgeber mussten und wollten das Risiko der Arbeitsunfälle absichern und selbstredend dafür Sorge tragen, dass diese möglichst verhindert werden. Genau darauf geht auch die Idee der Prävention zurück, die wir in unserer Berufsgenossenschaft seit Jahren erfolgreich betreiben.

Versichert sind alle abhängig Beschäftigten. Alle Unternehmer können sich freiwillig versichern lassen.

Unserer Berufsgenossenschaft hat über 240.000 Unternehmen mit 400.000 Betriebsstätten als Mitglieder und in diesen Mitgliedsunternehmen sind fast 2 Millionen Vollarbeiter versichert.

In Mannheim und den einzelnen Bezirksverwaltungen sind wir sehr gut aufgestellt. Die Mitarbeiter verstehen sich als Dienstleister. Pro Jahr werden 79.000  meldepflichtige Unfälle bearbeitet und es kommen ca. 1000 neue Unfallrenten, welche zu regeln und schlussendlich zu bezahlen sind, hinzu.

Der von unseren Mitgliedsunternehmen gezahlte Beitrag beträgt im Jahr 2018 gesamt ca. 511 Millionen Euro. Auf den Gastgewerbebereich entfallen dabei 255 Millionen Euro. Wir als Ehrenamt, sind im Rahmen der Selbstverwaltung, wo die Vertretung paritätisch zwischen Arbeitgebern und Versicherten geregelt ist, in allen Gremien vertreten und

tragen dafür Sorge, dass die Beiträge der Unternehmer zum einen gemäß dem gesetzlichen Auftrag, aber auch zum anderen für wichtige und zukunftsfähige Projekte eingesetzt werden.

Häufig stellen Kollegen die Frage, was alles mit dem Geld der Unternehmer gemacht wird. Im Jahr 2016 haben wir beispielsweise 239 Millionen Euro Unfallentschädigung und 229 Millionen Euro an Renten gezahlt.

Grundsätzlich sind wir Arbeitgeber verpflichtet, dass Unfälle während der Arbeit nicht passieren und damit für sichere Arbeitsplätze zu sorgen. Die gesetzliche Regelung der Entschädigung, auch für die Wegeunfälle, wird jedenfalls arbeitgeberseitig seit Jahren diskutiert, weil sie in größtenteils nicht oder nur sehr bedingt durch den Arbeitgeber beeinflusst werden kann.

Im Gegensatz zu einer privaten Unfallversicherung geben wir einen nicht unerheblichen Teil der Beiträge für die Prävention aus. Der Ansatz der Prävention liegt immer darin, Unfälle zu vermeiden.

Seit 2003 war ich Mitglied im Präventionsausschuss und haben mich dort von der Arbeit überzeugen können. Das Ziel unserer Präventionsabteilung besteht darin, Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten zu verhindern. Dafür machen die Kolleginnen und Kollegen einen sehr guten Job.

Häufig wird die Frage von Unternehmen gestellt, warum sie Pflichtbeiträge an die Berufsgenossenschaft für ihre Mitarbeiter zahlen müssen. Auch ich habe genau diese Frage seinerzeit gestellt. Jedoch habe ich mich damals auch mit unseren DEHOGA Rahmenverträgen, insbesondere einer großen Versicherung beschäftigt und gelernt, wie Versicherungen kalkulieren. Im Vergleich dazu haben wir in unserer Berufsgenossenschaft sehr geringe Verwaltungs- und Vertriebskosten. Überschüsse können und werden zur Beitragssenkung verwendet oder es gibt die Beitragsrückgewähr über unser Prämienmodell.

Das wichtigste Argument an dieser Stelle ist aber für uns als Unternehmer, dass wir mit unserer Berufsgenossenschaft die Haftpflichtversicherung für Arbeitsunfälle ablösen. Die Berufsgenossenschaft haftet für den Arbeitgeber und befreit diesen von den Ansprüchen, die gegen ihn auf Grund eines Unfalles, beispielsweise, erhoben werden könnten.

Ausschließlich finanziert sich eine Berufsgenossenschaft über ein Umlageverfahren in das die Unternehmer einzahlen. Im Jahr 2016 konnte die BGN zum siebenten Mal in Folge den Beitrag für Hotellerie und Gastronomie senken, das bedeutet, dass wir im Jahr 2016 eine Beitragssenkung von bis zu 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen konnten.

Seit dem Jahr 2015 erheben wir die Beiträge nicht wie vorher, zwei Mal im Jahr, sondern sind den Ansprüchen aus der Branche gerecht geworden, nicht zweimal hohe Beiträge zu erheben, sondern alle zwei Monate entsprechend geringere Beiträge.

Natürlich sollen die Unfälle vermieden werden, deshalb betreiben wir Prävention. Vieles von den Maßnahmen, Arbeitshilfen, Seminarangeboten usw. ist leider häufig bei den Unternehmern noch nicht so bekannt, wie wir uns dass alle wünschen würden. So können alle auf die Muster zur Gefährdungsbeurteilung, die Belehrungen unserer Mitarbeiter, den Umgang mit Schankanlagen und viele weitere erarbeitete Checklisten im Internetportal unserer BGN zurückgreifen. Aber auch die Ersthelferausbildung wird finanziert und für das Fahrsicherheitstraining gibt es einen Zuschuss. Diese umfassenden Informationen finden Sie im Internetportal unter:

www.bgn.de

Aufgrund unserer effektiven Präventionsarbeit haben wir weniger Unfälle, was zu einen die Arbeit sicherer macht, aber auch zur Betragssenkung beiträgt. Wir haben in unserer Berufsgenossenschaft die Spezialisten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Gern beraten die Mitarbeiter Sie in der betrieblichen Praxis in allen Fragen rund um die Arbeitssicherheit. Die BGN ist nicht die Kontrollbehörde, denn dies obliegt den Gewerbeaufsichten der Länder, sondern Dienstleister für unsere Mitgliedsunternehmen.

Der Erfolg unserer Prävention ist, dass die Unfallhäufigkeit in den vergangenen 30 Jahren um 60 Prozent rückläufig ist, was gleichzeitig wieder zu Beitragsentlastung unserer Mitglieder geführt hat.

Seit dem Jahr 2015 haben wir unser Prämienverfahren eingeführt. Mit diesem Prämienverfahren werden Unternehmer, die umfassenden Arbeitsschutz umsetzen und mehr als die gesetzlichen Vorschriften in Sachen Arbeitssicherheit und Prävention realisieren, entsprechend prämiert. Hier ist für unser Gewerbe noch sehr viel Luft nach oben an den Prämienverfahren teilzunehmen, denn pro Mitarbeiter können 25 € Prämie erzielt werden.

Mehr erfahren Sie unter http://praevention.portal.bgn.de/11889

Auch ich selbst habe in meinem Unternehmen in den letzten Jahren von dem Prämienverfahren partizipiert und kann nur alle Unternehmer auffordern, sich daran zu beteiligen.

Gern bin ich auch Ihr Interessenvertreter in unserer Berufsgenossenschaft, wenn Sie Anregungen oder Vorschläge haben freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.