Zwischenruf

Ein Zwischenruf zum Arbeitszeitgesetz von Dirk Ellinger

Es kann einfach nicht angehen, dass wir immer wieder Kritik bzw. Diffamierung erfahren, wenn wir über Dienstleistungen, die wir gern bereit sind zu erbringen, aber eben dann wenn sie unsere Gäste wollen und das ist eben am Wochenenden, am Abend und auch an Feiertagen, also wenn wir dann Flexibilisierung der Arbeitszeit, die dazu notwendig ist fordern, und dabei auch von unserem Sozialpartner, der NGG, und insbesondere der Politik damit konfrontiert werden das wir uns nicht wundern müssen keine Mitarbeiter und Nachwuchskräfte zu haben, weil wir eben familienfreundliche und Wunscharbeitszeiten realisieren sollen.

Dass passt eigentlich nirgendwo zusammen. Vor allem ist mir jedenfalls unverständlich, da auch andere Branchen Gott sei Dank zu diesen Zeiten arbeiten, wie Krankenhäuser, Feuerwehr, Polizei usw.

Natürlich fordern wir mehr Wertschätzung für unsere Mitarbeiter und auch die Unternehmer in unserem Gewerbe. Das Gastgewerbe ist eine attraktive Branche, natürlich wird dort häufig dann gearbeitet, wenn andere frei haben. Aber dafür gibt es auch entsprechende Freizeit. Dienstleistung mit Leidenschaft erbringen, kann sehr viel Spaß machen. Der Umgang mit Menschen und ihnen ihre Wünsche zu erfüllen ist und muss dabei Berufung sein.

Unsere politische Forderung ist und bleibt, dass das Arbeitszeitgesetz der Lebenswirklichkeit angepasst werden muss und somit die Flexibilität, die wir als Dienstleister brauchen, gesichert wird.  Im Arbeitszeitgesetz, aus dem Jahr 1994 ist die Grenze auf 10 Stunden pro Tag festgeschrieben. Es kommt aber im wirklichen Leben, in unserem Gewerbe vor, dass gerade an Wochenenden oder wie gerade Weihnachten und Silvester, also an Feiertagen, eine sehr hohe Nachfrage ist, bzw. Feiern länger gehen, als geplant.

Als Dienstleister wissen wir dies und erbringen gern unsere Leistung. Aber die Politik muss uns dies auch realisieren lassen, weil ich eben nicht, wenn die 10 Stunden meiner Mitarbeiter vorbei sind, Aushilfen oder andere Mitarbeiter, die nachts für 3 Stunden zur Arbeit kommen, finde. Meine Mitarbeiter würden ja gern weiterarbeiten, weil sie auch die Zeit gutgeschrieben bekommen.

Leider ist eben gerade dieses Thema immer wieder Gegenstand vor allem sachfremder Auseinandersetzungen, die uns nicht weiterbringen.

Es geht uns dabei nicht, wie von Politik und Gewerkschaften gern behaupten, um die Verlängerung der Arbeitszeit insgesamt, sondern eine Regelung wie sie in allen anderen Ländern der europäischen Union gilt. Im Übrigen normiert eben die Europäische Arbeitszeitrichtlinie maximal 48 Stunden pro Woche.